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Mit dem IHK-Baustellenportal haben Nortal und sein Partner Sylphen gemeinsam mit sieben regionalen Industrie- und Handelskammern (IHK) eine bundesweite digitale Übersicht über Verkehrsbaustellen geschaffen. Erfahren Sie in unserer Case Study mehr über das Projekt und seine Auswirkungen auf Wirtschaft, Kommunen – und potenziell auch auf Deutschlands Resilienz.
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79 Regionen in Deutschland, unzählige Mitgliedsunternehmen, ein Verband: Die Industrie- und Handelskammern gelten als branchenübergreifender Unternehmensverband, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die regionale Wirtschaft gezielt zu stärken. Kein Wunder also, dass die digitale Transformation mit ihrem Potenzial zentraler Teil dieser Mission ist.
Gleichzeitig geht es darum, die Brücke zwischen der analogen Welt und dem digitalen Raum zu schaffen – so auch beim Thema Straßenbaustellen: Um Baustelleninformationen zu bündeln und zugänglicher zu machen, entstand das Ziel eines digitalen deutschlandweiten Baustellenportals für insbesondere kommunale Verkehrsbaustellen. Der Auftrag für die Beratung und das Product Ownership ging an Nortal. Folgende IHKs sind an dem Projekt maßgeblich beteiligt:
• Industrie- und Handelskammer Aachen
• Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main
• Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg
• Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg
• Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet
• Industrie- und Handelskammer Siegen
• Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen
Baustellen gehören zum Alltag moderner Infrastruktur. Für Unternehmen, Lieferketten und Pendler*innen können sie jedoch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben. Dabei entstehen Probleme – wie etwa eine fehlende Planungssicherheit – häufig nicht durch die Baustelle selbst, sondern durch fehlende Transparenz, kurzfristige Straßensperrungen und mangelnde Abstimmung zwischen Kommunen, Wirtschaft und Infrastrukturbetreibern.
Die Ursache: In Deutschland sind Baustelleninformationen auf viele verschiedene Baustellen-Systeme verteilt. Unterschiedliche Datenquellen, fehlende Datenstandards und begrenzte kommunale Ressourcen erschweren eine zentrale Übersicht. Besonders Informationen zu kommunalen Baustellen, die den Großteil des Straßennetzes betreffen, sind oft nur lokal verfügbar oder werden gar nicht digital erfasst.
Für Unternehmen bedeutet das unter anderem:
Eingeschränkte Planbarkeit von Lieferketten
Umsatzverluste durch eingeschränkte Erreichbarkeit
Kurzfristige operative Anpassungen im Tagesgeschäft
Auch Kommunen sind davon betroffen, etwa durch:
Rückfragen zu Baustellen durch Unternehmen, Anwohner*innen und Medien
Verringerte Steuereinnahmen bei Umsatzverlusten
Erhöhte Aufwände bei fehlenden oder ungeeigneten Baustellendaten
Aus dem Wunsch heraus, Informationen zu bündeln und sowohl für Unternehmen als auch Kommunen und Bürger*innen zugänglich zu machen, entstand bei den IHKs die Idee des Baustellenportals. Was fehlte: starke Partner, die dabei helfen sollen, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Hier kam Nortal als zuverlässiger Partner bei der digitalen Transformation mit umfangreicher IHK-Erfahrung ins Spiel.
Noch vor der Portal-Entwicklung stand eine zentrale Frage im Raum: Gibt es bereits ein geeignetes Softwareprodukt auf dem Markt, das die Anforderungen der IHKs erfüllen kann? Um diese Frage zu beantworten, analysierte Nortal den Markt. Das Ergebnis: Kein bestehendes Tool konnte die gewünschte Schnittstellenarchitektur, den überregionalen Ansatz und die spezifischen Anforderungen der Kammerorganisation abbilden. Eine neue, maßgeschneiderte Lösung musste her.
In Anforderungsworkshops mit den beteiligten IHKs erarbeitete Nortal die strategische Konzeption des Portals – von der Funktionsarchitektur über die Datenintegration bis hin zur User Experience.
Gleichzeitig kümmerte sich Nortal um den EU-weiten Vergabeprozess, um einen Entwicklungspartner zu finden: Nortal erstellte sämtliche Ausschreibungsunterlagen, wertete die eingehenden Bieterkonzepte aus und begleitete die Präsentationen der Anbieter. Den Zuschlag erhielt das hessische IT-Systemhaus Sylphen – als Entwicklungs- und Betriebspartner, mit dem Nortal in der Folge zusammenarbeitete.
In der Entwicklungsphase übernahm Nortal die Rollen des Product Owners, des Scrum Masters sowie des Testers und verantwortete damit sowohl die fachliche Steuerung als auch die Qualitätssicherung. Die Zusammenarbeit aller drei Parteien lief vollständig agil nach Scrum ab. Alle Beteiligten waren direkt in den Sprints eingebunden. Eingesetzt wurden dabei Jira und Confluence für Projektmanagement und Dokumentation sowie das Design-Tool Figma für die Konzeption der Benutzeroberflächen. Vom Projektstart bis zum Go-Live vergingen gerade einmal sieben Monate.
Die Rollenverteilung im Projekt war klar definiert:
Was Nortal besonders auszeichnete: die langjährige Erfahrung in der Kammerorganisation. Das Verständnis von IHK-Governance, gewachsenen IT-Landschaften und internen Entscheidungswegen war die Grundlage für eine zielgerichtete Zusammenarbeit. Da Nortal selbst in Beratung und Entwicklung zu Hause ist, konnte der technische Partner präzise gesteuert und eingebunden werden.
Prof. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation
Das IHK-Baustellenportal bündelt Baustelleninformationen aus verschiedenen Quellen, etwa von der Mobilithek oder kommunalen und Landesportalen, auf einer zentralen Plattform. Durch eine offene Schnittstellenarchitektur können Daten automatisiert aus bestehenden Systemen integriert oder manuell ergänzt werden.
Das Portal bietet unter anderem:
eine zentrale Übersicht inkl. Karte über aktuelle und geplante Verkehrsbaustellen
frühzeitige Informationen als „Baustellen-Frühwarnsystem“ – auch via E-Mail
offene Schnittstellen zur Einbettung in kommunale Websites und Anwendungen
Best-Practice-Empfehlungen zum proaktiven Umgang mit Baustellen als Unternehmer*in
So entstand erstmals ein bundesweites Lagebild für Baustellen, das wirtschaftliche Auswirkungen durch Baustellen-bedingte Umsatzverluste sichtbar macht und Unternehmen Planungssicherheit gibt. Denn sie können frühzeitig erkennen, welche Infrastrukturmaßnahmen ihre Standorte betreffen.
Gleichzeitig profitieren Kommunen. Sie erhalten ein Instrument, um Bauprojekte zu kommunizieren – vor allem an regionale Wirtschaftsakteure. Das Ergebnis: eine höhere Akzeptanz für Infrastrukturprojekte und eine effizientere Abstimmung zwischen öffentlichen und privaten Akteuren. „Digitalisierung muss den Menschen dienen - und genau das gelingt mit dem IHK-Baustellenportal“, sagte etwa die hessische Digitalministerin Prof. Kristina Sinemus.
Der Mehrwert, der durch das IHK-Baustellenportal entstanden ist, ging auch an der WirtschaftsWoche nicht vorbei: Die hat Nortal gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern mit dem Best of Consulting Award (Silber) ausgezeichnet.
Mit dem deutschlandweiten Rollout entwickelte sich das IHK-Baustellenportal zur größten Plattform für überregionales Baustellenmanagement in Deutschland. Bereits heute konsolidiert es über 10.000 aktuelle und 400.000 vergangene Baustelleninformationen aus verschiedenen Datenquellen.
Was als Werkzeug für die Wirtschaft begann, gewinnt zunehmend sicherheitspolitische Relevanz. Im Rahmen des Operationsplans Deutschland sollen im Bündnisfall bis zu 800.000 NATO-Soldat*innen in Deutschland verlegt werden. Die militärische Mobilität hängt dabei nicht nur von Autobahnen, Häfen oder Schienenwegen ab, sondern ebenso von der Durchlässigkeit kommunaler Netze, innerstädtischer Achsen und temporärer Engstellen. Transparenz über Baustellen und Sperrungen bleibt eine zentrale Voraussetzung für reibungslose Bewegungen. Das IHK-Baustellenportal kann genau diese Lücke schließen.
Sie möchten ein Portal entwickeln oder Ihr Mobilitätsmanagement vorantreiben? Unsere Expert*innen sind nur wenige Klicks entfernt.