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Ein weiteres Land verliebt sich ins E-Rezept

von Andrius Šimėnas, Digital Healthcare Team Leader für Nortal, October 3, 2017

Nun haben wir es schwarz auf weiß: Das von Nortal für Litauen entworfene National Healthcare Record-System (NHR) ist ein voller Erfolg.

Dank des NHR konnte Litauen den Schritt von papierbasierten ärztlichen Rezepten zum E-Rezept machen. Über die letzten 12 Monate hat die Nutzung von E-Rezepten in Litauen rasant zugenommen – während vor einem Jahr nur 1% aller Rezepte elektronisch ausgestellt wurde, so sind es nun stolze 32%. Diese ersten Zahlen stimmen uns optimistisch, dass Litauen so wie Estland, wo das System zuerst eingeführt wurde, eine Nutzungsrate von 99% erreichen wird.

Die beeindruckenden Zahlen sind aber nicht zwangsläufig überraschend, wenn man sich vor Augen hält, wie sehr alle beteiligten Parteien – Bürger, Unternehmen und der Staat – davon profitieren.

Die Vorteile des E-Rezepts

Das papierlose System ermöglicht es den Patienten, ihre verschreibungspflichtigen Medikamente unter Vorlage ihres Personalausweises ortsunabhängig bei einer inländischen Apotheke in Empfang zu nehmen. Das ist nicht nur bequem, sondern ist für die Patienten in zweierlei Hinsicht auch günstiger. Erstens können sie stets die günstigste verfügbare Marke des Medikaments kaufen, da das Rezept für die Inhaltsstoffe, nicht aber das Produkt eines bestimmten Pharmakonzerns gilt. Zweitens werden Versicherungsentschädigungen und Eigenanteile automatisch berechnet – so müssen Patienten endlich keine Anspruchsberechtigung oder andere Dokumente vorlegen.

Einen der gravierendsten Vorteile des E-Rezepts haben wir besonders in Estland beobachten können: Patienten mit chronischen Erkrankungen müssen zur Erneuerung eines Rezepts nicht mehr zum Arzt gehen. Anstatt einen Termin zu buchen, zur Praxis zu reisen und für ein Stück Papier in der Schlange zu warten (besonders schwierig für Menschen mit chronischen Erkrankungen), kann der Patient einen Telefon- oder Skype-Anruf tätigen oder eine E-Mail an seinen Doktor schreiben, der mit ein paar Mausklicks das Rezept erneuert. Schätzungen zufolge machen Rezepterneuerungen in Litauen knapp 25% aller Hausarztbesuche aus; durch einen Wechsel zum E-Rezept würden Ärzte und auch Krankenhäuser stark entlastet werden.

Ärzte haben Dank des E-Rezepts mehr Sicherheit im Arbeitsalltag und können bessere Pflegedienste anbieten. Die Automatisierung der Zuschussliste für bestimmte Medikamente hat den Verwaltungsaufwand verringert und verhindert zugleich fälschlicherweise gestattete (oder verwehrte!) Ermäßigungen und Zuschüsse. Diese Bearbeitungsfehler stellten ein großes Problem für Ärzte und Krankenhäuser gleichermaßen dar – im Endeffekt mussten jene für die Fehlberechnungen selbst in die Tasche greifen.

Dank des NHR hat Litauen den Sprung von Papierrezepten zum E-Rezept geschafft

Teil des estnischen E-Rezept-Systems ist ein Modul, das Ärzte vor möglichen Nebenwirkungen warnt, die durch die Kombination neuer Medikamente mit bereits verschriebenen Medikamenten hervorgerufen werden können. Hat der Arzt ein Medikament verschrieben, kann er später überprüfen, ob der Patient jenes tatsächlich gekauft hat – und ihn bei Bedarf kontaktieren.

Auch von Seiten der Apotheker ist viel Enthusiasmus zu spüren. E-Rezept sei Dank können Kunden schneller bedient werden, Daten müssen nicht extra abgetippt werden und niemand muss sich damit quälen, unleserliche Papierrezepte zu entziffern.

Dazu kommt, dass Regulierungsbehörden in Estland und Litauen eine perfekte Übersicht über die Nutzung von verschreibungspflichtigen Medikamenten in der Bevölkerung haben – welche Medikamente werden verschrieben, in welchen Mengen, wie hoch ist der Prozentsatz nicht genutzter Rezepte, und so weiter.

Voraussetzungen für die erfolgreiche Implementierung des E-Rezept-Systems

Gesetze und Krankenhausverordnungen müssen miteinander in Einklang stehen, damit E-Rezepte eine Chance haben. Bestenfalls gehört dazu auch die Möglichkeit, Rezepte ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Arzt auszustellen. Die notwendige IT-Infrastruktur muss selbstredend auch vorhanden sein – nicht nur für das E-Rezept-System selbst, sondern auch für das staatliche Onlineregister für zugelassene Arzneimittel, Gesundheitsdienstleister und Apotheker.

Idealerweise sollte das E-Rezept-System als Teil eines ganzen E-Health-Ökosystems etabliert werden, in dem das obengenannte Onlineregister und andere Datenbanken ein grundlegender Bestandteil sind.

Gleichzeitig gilt: Unabhängig davon, wie bahnbrechend eine Innovation ist, müssen die Menschen dazu überzeugt werden, ihre Gewohnheiten aufzugeben – und das ist nie leicht. Deshalb ist auch ein gutes Change-Management vonnöten; Informationskampagnen und die Betonung der Vorteile für alle Beteiligten sind ungemein wichtig.

Diese Aufgabenliste mag sehr abschreckend aussehen, aber Nortal hilft Ihnen gern weiter. Über die letzten Jahre haben wir zahlreiche E-Health-Initiativen in Krankenhäusern und auch auf Landesebene durchgeführt und sind aufgrund dieser Erfahrungswerte in der Lage, Sie bei jedem Einzelschritt in diesem schwierigen Prozess zu begleiten, verschiedene Optionen vorzustellen und häufig gemachte Fehler zu vermeiden.

Weitere Informationen über E-Rezepte, das digitale Gesundheitswesen und Nortals einzigartige Expertise können Sie hier erfahren.

Andrius Šimėnas

Andrius Šimėnas

Andrius Šimėnas ist der Digital Healthcare Team Leader bei Nortal und hat das National Health Record-Projekt in Litauen zum Erfolg gemacht. Außerdem hat er in verschiedenen Städten und für verschiedene Gesundheitsdienstleister Krankenhausinformationssysteme implementiert. Šimėnas hat eine Leidenschaft dafür, das Patientenumfeld zu perfektionieren und das Gesundheitswesen mithilfe neuer Technologien zu verbessern. Wenn Sie mehr über diese Themen herausfinden wollen, schreiben Sie ihm einfach eine E-Mail!